Kurzvideo: HLW macht Schüler froh :-)

Rückblick auf das Schuljahr 2014/15 an der HLW Haag

Schulpartnerschaft UEPI-HlwhaagInformationen zum Eu-Projekt “Global Fairness – Schools as agents for change”: Das Sprachenteam der HLW Haag startet eine Schulpartnerschaft mit einer bolivianischen Schule.

 

Seit März 2013 ist das Welthaus Linz gemeinsam mit PartnerInnen aus England, Deutschland, Ungarn und Tschechien Teil des Projekts “Global Fairness – Schools as agents for change”,das von der EU finanziert wird. Ein wichtiges Ziel des Projekts ist es, Globales Lernen in Schulen präsenter zu machen und dauerhaft zu verankern. In Oberösterreich sind die Schwerpunkte dabei Globales Lernen in Verbindung mit neuen Medien und internationale Schulpartnerschaften. In diesem Rahmen beteiligt sich die HLW Haag mit einer Schulpartnerschaft mit der bolivianischen Schule UEPI

Projektplan – Übersicht:

16.10. 2014: ca.9 -14 Uhr

Empfang der Gäste - Führung durch die Schule - Vorstellung in der großen Pause im Konferenzzimmer - „Österreichtag“ - wer sich mit der Idee anfreunden kann, kommt an diesem Tag in traditioneller Kleidung - Österreichprojekt+ Diskussion in 5H - Österreichisches Mittagessen

23.10. 2014: ca.9 -14 Uhr

Bolivientag“ - Projektstart in 4H-Bildung im Vergleich: Vortrag + Diskussion in 5H - Bolivianisches Mittagessen

24.10. 2014: ca.8 -14 Uhr

Exkursion 5H nach Steyr - Vortrag und Diskussion: Landwirtschaft im Vergleich - nachhaltige Projekte: Besuch v. Nets.werk Steyr, Weltladen Steyr, Essen und Empfang im Atrium Steyr (Promente OÖ)

25.10. 2014

Freier Tag; optional: spanische Stadtführung in Steyr, Museum Arbeitswelt, Stollen der Erinnerung; Kontaktangebot mit Menschen aus Lateinamerika, die in Steyr leben.

26.10. 2014

Vormittag: Alltagsleben - „EinSonntag in Österreich“ – Brunch mit Gastfamilie, Mittagessen bei den Zwinglers
Nachmittag: “Mostvierteltag“ - Projekt 4H: Besichtigung des Stifts Seitenstetten mit Führung + Orgelspiel – Mostheuriger
19.30: Vocalensemble Lalá – Altes Theater Steyr

27.10. 2014: ca.8 -14 Uhr

Projektstart in allen Spanischgruppen - Kultur und Traditionen im Vergleich: Vortrag + Diskussion in 5H - Mittagstisch: 5H (4 Schüler) + Gäste 19.30: Austauschtreffen zur weitern Projektgestaltung in Steyr
(Fr. B. Reiter - Welthaus Linz)

28.10. 2014: ca.8 -14 Uhr

Projektphase in allen Spanischgruppen -Das Leben von Jugendlichen – Bildung und Perspektiven im Vergleich: Vortrag + Diskussion in 5H - Mittagstisch: 5H (4 Schüler) + Gäste
Optionales Angebot am Nachmittag: ASZ Steyr

29.10. 2014

Ganztagesexkursion nach Wien in Begleitung v. HR Mag. H. Huber

30.10. 2014: ca.8 -14 Uhr



19.30: Projektpräsentation + Vortrag v. Iván Lahor in spanischer Sprache (mit Übersetzung)

Projektphase in allen Spanischgruppen -Infrastruktur und Kommunikation im Vergleich: Vortrag + Diskussion in 5H -Mittagstisch: 5H (4 Schüler) + Gäste

“Vivir bien y la madre tierra“
Zu dieser Abschlussveranstaltung folgt gesondert eine Einladung

Wir freuen uns über euer Kommen und über eure Unterstützung!

Sichtbarmachen der Arbeit durch den Blog: http://uepihlwhaag.blogspot.es/
Alle erarbeiteten Materialien (Rezepte, Themen aus den verschiedenen Fachbereichen, Fotos…) werden hier veröffentlicht.

 

Nähere Informationen über unsere Partnerschule:

Die UEPI (= Unidad Educativa Piloto Invervida) - Ein besonderer Ort zum Lernen

Die UEPI liegt auf über 4000m, in El Alto, in Bolivien. Das heißt, man kommt als ÖsterreicherIn leicht außer Atem, wenn man sich über die Treppen auf den Weg in die Klassenzimmer begibt. Den Lungen der LehrerInnen und SchülerInnen in El Alto macht die Höhenlage nichts aus. Und man ist es auch gewöhnt, mit der dicken Jacke im Klassenzimmer zu sitzen, weil es in den Morgenstunden doch sehr kühl ist.

80% der Bevölkerung in El Alto gehören den indigenen Bevölkerungsgruppen Aymara und Quechua an. Viele von ihnen sind vom Land geflüchtet um Arbeit zu suchen und haben so dazu beigetragen, dass El Alto heute die zweitgrößte Stadt Boliviens und eine der am schnellsten wachsenden, jüngsten Städte der Welt ist, in der viele Familien in Armut leben.

An der UEPI versucht man, Kindern aus El Alto, die am dringendsten Unterstützung brauchen und besonders motiviert sind, eine Schulbildung an der UEPI zu ermöglichen. Es wird bewusst vermieden, Familien mit besseren finanziellen Möglichkeiten zu bevorzugen.

Die Schule wird zu 60% von der spanischen NGO Intervida finanziert. Die restlichen 40% tragen die Eltern der SchülerInnen, je nach Möglichkeit, mit unterschiedlich hohen Beträgen bei. Die UEPI richtet sich grundsätzlich nach den Gesetzen des Bildungsministeriums, hat darüber hinaus aber mehr Freiheiten, z.B. zusätzliche Projekte umzusetzen.

Bei einem Rundgang durch die Schule fällt einem gleich auf, dass die UEPI ein ganz besonderer Platz zum Lernen ist.

640 Kinder und Jugendliche im Alter von 5-18 Jahren besuchen die Schule. Die Kleinsten lernen in der Vorschule, den Bleistift in ihren Händchen zu halten. Die Großen machen dort ihren Abschluss, der sie für ein Studium an der Universität vorbereiten soll.

Die Schule ist super ausgestattet. Bunt gestaltete Plakate, Basteleien und gemeinsam erarbeitete Klassenregeln zieren die Wände. SchülerInnen können sich in der Bibliothek Bücher ausborgen und haben im Informatikraum auch Zugang zu Internet.

Die UEPI zeichnet sich durch ein besonders engagiertes LehrerInnen-Team und einen Schuldirektor, der es versteht, sein Team zu motivieren, neue Wege einzuschlagen und Alternativen auszuprobieren. Man versucht an der Schule, traditionelle Denkmuster zu durchbrechen und ist offen für neue Ideen und Kooperationen.

Zur Zeit bemüht man sich, die Vorgaben der letzten Bildungsreform (mit dem Motto interkulturell, produktiv, gemeinschaftlich) umzusetzen. So erarbeitet man z.B. viel neues Unterrichtsmaterial ohne dafür Schulbücher zu verwenden. Kinder und Jugendliche an der UEPI werden dazu ermutigt, Fragen zu stellen und mitzudenken, sie erfahren, dass sie die Welt zumindest in ihrem Umfeld mit ihrem Handeln mitgestalten können. Besonders wichtig dabei ist das gemeinschaftliche, solidarische Handeln und ein wertschätzender Umgang miteinander.

Neben dem herkömmlichen Stundenplan haben die SchülerInnen an der UEPI die Möglichkeit, an zusätzlichen Projekten am Nachmittag teilzunehmen:

Zur Zeit gibt es folgende Gruppen:

  • Schulgarten
  • Ökologischer Bus
  • Demokratischer Bus
  • Gesundheit und Ernährung
  • Autonomie und Sexualität
  • Zusammenleben
  • Psychomotorik
  • Sparen
  • Eltern
  • in Zukunft wird es auch eine Gruppe von SchülerInnen und LehrerInnen geben, die sich für einen Austausch mit Österreich interessiert

Die Gemeinschaft wird an der UEPI besonders gefördert. Man ist zum Beispiel sehr bemüht, die Eltern in das Schulleben einzubinden. So finden regelmäßig Elterngespräche statt. Es gibt eine eigene Eltern-Projektgruppe, die sich z.B. um Reparaturen und Renovierungen des Schulgebäudes kümmert. In jeder Klasse findet alle 2-3 Monate ein „gesundes Mittagessen“ statt, bei dem Mütter für die Kinder kochen und diese zusätzlich ein bestimmtes Ernährungsthema bearbeiten. Man versucht, die Fähigkeiten und Ressourcen der Eltern mit einzubeziehen – so wurden einige von ihnen z.B. eingeladen, in einer Klasse ihr Wissen zu traditioneller Medizin einzubringen.

Kinder mit unterschiedlichen Bedürfnissen werden bei Bedarf zusätzlich gefördert.

An der UEPI gibt es eine Psychologin, die besonders Kinder in den ersten Schuljahren beobachtet und bei Bedarf weiter vermittelt. Extra ausgebildete PädagogInnen betreuen Kinder mit Lernschwierigkeiten oder zusätzlichem Förderbedarf individuell oder in Kleingruppen. Außerdem besuchen LehrerInnen die Familien von Kindern, die Probleme in der Schule haben, um deren häusliches Umfeld kennen zu lernen und mit den Eltern Strategien für eine Verbesserung der Schulleistungen zu überlegen.